Kunstausstellung im Botanischen Garten: Jana Dillo – Botanik

Wie quadratische Sichtfenster in eine farblose Parallelwelt schmiegen sich Jana Dillos Fotografien in ihre Ausstellungsräume. Freilich sind diese – befindlich unter demGlasdach des botanischen Gartens des KIT – äußerst unkonventionell. Fotografie und Pflanzenwelt teilen sich dort für einen Zeitraum von acht Monaten die warme Atmosphäre des Palmen-Tropen, – und Kakteen-Hauses. Da die Botanik-Serie in Karlsruhe begann, bot sich der Botanische Garten des KIT als Ausstellungsort für Dillo von vorneherein besonders an. Hier dient der Ausstellungsort dem Bild von vorneherein
als Quelle seiner Motivik.

In ihrer Interaktivität liegt der Präsentationsform so ein schon fast installativer Charakter inne. Dabei spielt auch die Hängung der auf PVC-Planen gedruckten Bilder an Rankgittern eine große Rolle. Den Pflanzen wird es erlaubt, im Zuge ihres natürlichen Wachstumszyklus‘ in das Bild einzugreifen, es zu stören oder auch zu erweitern.

Wie sich Jana Dillo auf ihren Streifzügen in den botanischen Gärten auf die gezielte Suche nach Motiven macht, werden auch wir dazu angehalten, ähnliche Bildausschnitte in den Räumen des botanischen Gartens zu entdecken und so das visuelle Interesse der Fotografin selbst nachzuvollziehen. Es ist nicht etwa die ungefilterte, unbestreitbar einer natürlichen Schönheit unterliegende Flora, die sich in den Fokus ihrer Rolleiflex stellt. Viel spannender ist für sie die Symbiose des Natürlichen
und des Synthetischen, die sich daraus ergibt, wenn der Wirrwarr der Pflanzen und die marode Struktur der Architektur aufeinandertreffen.

Vernissage am 02.02.2020, 11:30

Dauer der Ausstellung: 02.02.2020 – 10.10.2020

Botanischer Garten (KIT)
Am Fasanengarten 2
D-76131 Karlsruhe
April-September Mo-Fr 8-16, So 10-16
Oktober-März Mo-Fr 8-15, So 10-14 Uhr
Eintritt frei!

Wissenswertes zum Botanischen Garten

Aktueller Stand

Historisches zum Botanischen Garten:

Download (Karlsruher-Gartenchronik-191008.pdf, 2.32MB)

Viele kennen in Karlsruhe “den” Botanischen Garten am Karlsruher Schloss hinter dem Bundesverfassungsgericht, ist er doch das prominente Aushängeschild der Fächerstadt. Aber die wenigsten kennen seinen wissenschaftlichen Abkömmling: den Botanischen Garten des KIT, direkt am Adenauerring, schräg gegenüber vom Wildparkstadion.

Im Laufe seiner wechselvollen Geschichte, die mit der Karlsruher Stadtgründung beginnt, hatte der Botanische Garten des KIT einige sehr prominente Väter, die in der damaligen wissenschaftlichen und politischen Welt einen außerordentlichen Ruf, bis weit über die Landesgrenzen hinaus, besaßen.

 1715-1825: Botanische Gärten als Teil der Residenz Karlsruhe

Schon bald nach der Stadtgründung 1715 schuf man in Karlsruhe botanische Gartenanlagen, sowohl als Lust- und Schaugärten als auch als wissenschaftliche Lehr- und Versuchsgärten. Im Laufe der ersten hundert Jahre wurden die Gärten u.a. von drei bedeutenden Botanikern geleitet, die neben der “Belustigung” an schönen Pflanzen viel für die botanische Forschung und Lehre geleistet haben.

Christian Thran (1701-1778)

Den Botaniker Thran kennen die Karlsruher meist nur indirekt, nämlich als den Urheber des berühmten Kupferstichs der historischen Fächerstadt. Er beteiligte sich 1731-33 an einer zweijährigen Afrika-Expedition, von der er viele botanische Exponate mitbrachte. 1733 veröffentlichte er das erste Pflanzenverzeichnis des Schlossgartens mit 2000 Pflanzenarten.

Joseph Gottlieb Kölreuter (1733-1806)

Wegen seiner erfolgreichen Kreuzungsversuche an Pflanzen gewinnt der Mediziner und Botaniker Kölreuter 1759 einen von der Zarin Katharina I. ausgelobten Preis (er brachte den Beweis, dass Pflanzen eine Sexualität besitzen). Seine Forschungsergebnisse veröffentlichte er erstmals 1761 in einem Buch über “das Geschlecht der Pflanzen” (bis 1766 folgen noch drei weitere Bände). Markgraf Karl Friedrich holte ihn 1763 auf Betreiben von Markgräfin Karoline Luise nach Karlsruhe.

Leider klappte es nicht mit der Zusammenarbeit mit den Hofgärtnern, die offensichtlich wenig Verständnis für seine botanischen Experimente hatten. Deshalb legte er 1769 sein Amt als Gartendirektor nieder. Er blieb aber in Karlsruhe und forschte bis an sein Lebensende (mit Unterstützung durch den Hof und private Sponsoren) weiter. Im Botanischen Garten des KIT sind seine bahnbrechenden Versuche heute noch nachvollziehbar – bilden sie doch eine wichtige Grundlage für Gregor Mendels Vererbungsregeln, die dieser hundert Jahre später veröffentlichte.

Carl Christian Gmelin (1762-1837)

Nach dem Tod von Markgräfin Karoline Luise (1783) wird der Mediziner und Botaniker Gmelin mit der Betreuung ihres naturwissenschaftlichen Nachlasses beauftragt, aus dem er das Markgräfliche Naturalienkabinett (das heutige Naturkundemuseum) begründet. Als Direktor der Botanischen Gärten unternimmt bzw. organisiert er mehrere Forschungsreisen, um Pflanzen für den Botanischen Garten zu sammeln. In den Jahren 1806 bis 1826 veröffentlicht er vier Bände der “Flora Badensis Alsatica”, in denen er auf über 3000 Seiten die gesamte Flora zwischen Bodensee und Mosel nach dem System von Carl von Linné beschreibt. Eine Herzensangelegenheit Gmelins ist die Sorge um eine gut funktionierende Volkswirtschaft, insbesondere der Landwirtschaft. Aus diesem Antrieb heraus veröffentlicht er 1809 ein Buch mit dem Titel “Über den Einfluß der Naturwissenschaft auf das gesamte Staatswohl”. Dieses Buch mit 434 Seiten kann man fast schon als erzieherischen Appel an die Politik verstehen, mehr auf die vorhandenen Erkenntnisse von Medizin und Naturwissenschaften, insbesondere der Botanik zu hören.

1825-1883: Das Polytechnikum nutzt die Botanischen Gärten der Residenz

Mit der Gründung des Polytechnikums (dem heutigen KIT) 1825 ging die Verantwortung für die wissenschaftlichen Lehr- und Versuchsgärten an die neue Institution über. D.h. die Pflege der Orangerien und Schaugärten mit den repräsentativen exotischen Pflanzen blieb unter der Obhut des Hofs, während die botanische Forschung und Lehre von den Wissenschaftlern und Lehrkräften des Polytechnikums wahrgenommen wurde.

Leopold Just (1841-1891)

Nach seiner Promotion in Botanik in Breslau wechselt er 1870 zum Polytechnikum Karlsruhe und konzentriert sich schon bald auf die Einrichtung einer Landwirtschaftlichen Samenprüfungsanstalt. Es ging ihm hierbei um den Schutz der Landwirte vor schlechter Samenqualität aufgrund betrügerischer Manipulationen beim Samenhandel. In seiner Funktion als Direktor des Botanischen Instituts setzte er sich vehement beim Großherzog dafür ein, dass das Polytechnikum seinen eigenen Garten erhält, da es mit der Nutzung der Schaugärten für Lehr- und Forschungszwecke in all den Jahren immer wieder große Konflikte gab. Mit einem persönlichen, leidenschaftlichen Bittbrief 1879 an Großherzog Ludwig bekam er schließlich von diesem die Zusage, auf dem Gelände des höfischen Küchengartens am Durlacher Tor einen wissenschaftlichen Botanischen Garten aufzubauen.

1883: Die Technische Hochschule (heute KIT) erhält einen eigenen Botanischen Garten

Im Jahr 1883 konnten die Botaniker des Polytechnikums (ab 1885 Technische Hochschule) zwischen Kaiserstraße und Durlacher Allee, an der Stelle des heutigen Durlacher-Tor-Platzes offiziell einen eigenen Botanischen Garten in Betrieb nehmen. Das Gelände ist gegliedert in einen systematischen Teil, ein Arzneipflanzenquartier sowie drei Gewächshäuser verschiedener Größe. Im Gartengebäude im Zentrum des Botanischen Gartens befinden sich u.a. die Landwirtschaftlich-Botanische Versuchsanstalt und die Lebensmittelprüfung. Am südwestlichen Rand des Gartens (heute Kaiserstr. 2) wird im Jahr 1899 das Hauptgebäude des Botanischen Instituts eingeweiht.

Der Botanische Garten am Durlacher Tor muss sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg viele Zerstörungen verkraften. Nur dank des aufopferungsvollen Engagements der Botaniker konnte er jeweils am Leben bleiben.

Ludwig Klein (1857-1928)

1892 kommt Klein als Professor der Botanik von Freiburg nach Karlsruhe, wo er die Nachfolge von Leopold Just übernimmt. Ein sehr wichtiger Arbeits-Schwerpunkte für ihn ist die Forstbotanik. Aber seine große Leidenschaft ist die Autorenschaft für zahlreiche, populäre Botanik-Taschenbücher über Nutzpflanzen, Waldbäume, Unkräuter, Wiesenpflanzen, Ziersträucher, Gartenblumen, usw., die bis in die 1950er Jahre verlegt werden.

Wettwerb der Stadtwerke – Unterstützen Sie das Projekt des Botanischen Gartens des KIT

Wir möchten in einem Wettbewerb der Stadtwerke Karlsruhe Fördergelder für Schulführungen im Botanischen Garten einwerben.
Um einen Preis zu bekommen, brauchen wir jede Stimme.
Beachten Sie dazu auch untenstehende Regeln.

Zur Abstimmung: https://vereine.stadtwerke-karlsruhe.de/profile/freunde-und-f%c3%b6rderer-des-botanischen-gartens-des-kit-e-v-2/

Vom 19.02. bis 11.03.2019 kann online abgestimmt werden, welche 20 Vereine in das Finale einziehen. In dieser Zeit können die  Unterstützer eines Projektes täglich für ihren Verein abstimmen. Die Abstimmung ist kostenlos und erfordert keine Angabe persönlicher Daten.
Im Finale – vom 11. bis einschließlich 13.03.2019 – können die Unterstützer eines Projektes nur noch einmal pro E-Mailadresse abstimmen. Dort entscheidet sich, in welcher Höhe die Finalteilnehmer gefördert werden. Zusätzlich zu den Publikumspreisen vergeben die Stadtwerke, unabhängig von der Stimmenzahl, jeweils 1.000 Euro an drei herausragende, unterstützenswerte Projekte.
Wenn die Facebook-Seite der Stadtwerke Karlsruhe bis zum Wettbewerbsende die Marke von 2.500 Fans erreicht, wird unter allen teilnehmenden Gruppen ein Facebook-Sonderpreis in Höhe von 1.000 Euro verlost.

 

Der Botanische Garten des KIT im SWR Fernsehen

Am 18.12.2018 wurde der Botanische Garten des KIT im SWR-Fernsehen  in der Sendung “natürlich!” vorgestellt!

1) Film in einfacher Auflösung:

 

2) Film in hoher Auflösung (für schnelles Internet):

 

Vortrag: Botanische Gartentradition in Karlsruhe

Veranstalter: Oststadt-Nachbarschaft

Ort:  Zukunftsraum, Rintheimer Straße 46, 76131 Karlsruhe (Oststadt)

Termin:  Mittwoch, 31.Okt.2018, 19:00 Uhr

Eintritt:  frei

Referent:  Josef Franz, Freunde und Förderer des Botanischen Gartens des KIT e.V.

www.kit-garten-freunde.de

Schon bald nach der Stadtgründung (1715) wurden in Karlsruhe botanische Gartenanlagen geschaffen – sie dienten teils als Lust- und Schaugärten und teils als wissenschaftliche Lehr- und Versuchsgärten. Nach der Gründung des Polytechnikums (dem heutigen KIT) 1825 ging die Verantwortung für die wissenschaftlichen Lehr- und Versuchsgärten an die neue Institution über.

Nach jahrelangen Kompetenzstreitigkeiten zwischen den “Schaugärtnern” und den “Forschungsgärtnern” konnten die Botaniker der Technischen Universität im Jahre 1883 erstmals zwischen Kaiserstraße und Durlacher Allee einen eigenen Botanischen Garten in Betrieb nehmen. Das zugehörige Gartengelände musste allerdings im Laufe der Zeit einige Male den baulichen Erweiterungen der Technischen Hochschule sowie dem städtischen Straßenbau ausweichen, konnte aber bis zum heutigen Tag am östlichen Rand des Karlsruher Stadtzentrums fortbestehen. Am heutigen Standort befindet sich der Botanische Garten des KIT (Gebäude und Garten) seit dem Jahr 1956. Er präsentiert sich in seiner jetzigen Form als ein besonderes Bindeglied zwischen “Mensch”, “Natur” und “Wissenschaft”.

Selbstverständlich kann sich Karlsruhe auch glücklich schätzen, dass wesentliche Teile der ehemaligen Lust- und Schaugärten im Schlossbereich bis zum heutigen Tag überlebt haben. Sie stehen für die gute Lebensqualität in Karlsruhe und üben eine überaus große Anziehungskraft aus auf Besucher von nah und fern.

Botanischer Garten beim Artenschutztag des Zoologischen Garten Karlsruhe

Der Botanische Garten des KIT beteiligt sich mit einem Stand am 9.9.2018  am Artenschutztag des Zoologischen Garten Karlsruhe. Prof. Peter Nick wird über die Sammlung von Wildreben im Botanischen Garten informieren.

https://artenschutz.karlsruhe.de/b1/veranstaltungen.de