Leserbrief von Josef Franz am 27.02.2018 in den Badischen Neusten Nachrichten:

Leserbrief zum BNN-Artikel “Falschen” Superfoods auf die Spur gekommen vom 19.02.2018:

Der Artikel ist sehr beeindruckend, zeigt er doch, dass sich die wissenschaftichen Arbeiten der Botaniker des KIT sehr nahe am Puls der Zeit bewegen. Außerdem macht dieser Artikel drastisch deutlich, dass es im Zeitalter der Globalisierung nach wie vor auf “lokale” Kompetenz ankommt, d.h. es ist ein großer Gewinn, wenn sich der Verbraucher an allem, was weltweit im Angebot ist, bedienen kann – aber er muss vor Manipulation und Betrug geschützt werden.

Letzteres geht natürlich nur, wenn die entsprechenden Fachleute vor Ort vorhanden und auch ausreichend mit wissenschaftlicher Infrastruktur ausgestattet sind. Dem Leser des o.g. Artikels muss sich also die Frage stellen: Woher beziehen Herr Prof. Nick und seine Mitabeiter am
Botanischen Institut die richtigen Pflanzen, die bei ihrer (höchst modernen) wissenschaftlichen Arbeit als sogenannte Referenzpflanzen zur eindeutigen Zuordnung von Gen-Codes benutzt werden können? Man darf solche Pflanzen ja nicht einfach im Handel (z.B. über das Internet)
bestellen. Denn wie kann man sich darauf verlassen, dass die gelieferten Exemplare auch tatsächlich authentisch sind? Bleibt also als verlässlichste Quelle der KIT-eigene Botanische Garten in der Karlsruher Oststadt am Adenauerring.

Allerdings geht der o.g. Artikel bedauerlicher weise nicht darauf ein, dass genau dieser Botanische Garten akut in seiner Existenz bedroht ist. Er soll als Bauplatz für neue Bürogebäude herhalten. Den dafür verantwortlichen Planern ist es offensichtlich egal, dass man dadurch vielen, zumeist
sehr erfolgreichen Wissenschaftlern am KIT im wahrsten Sinne des Wortes den Nährboden für ihre so wichtigen Zukunftsaufgaben entzieht.

Bleibt also mein Appell an die Verantwortlichen von KIT, Stadt Karlsruhe und Landesregierung: Bitte setzen Sie ein Zeichen für die wissenschaftliche Kontinuität bei wichtigen Zukunftsaufgaben, indem Sie dafür sorgen, dass der jetzige Botanische Garten des KIT dort bleibt, wo er ist, nämlich
an zentraler, sichtbarer Stelle, damit er auch weiterhin seine so wichtigen Zwecke erfüllen kann.

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